Flugzeugabsturz MH 370

Flugzeugabsturz mit 239 Toten: Durchbruch bei der Suche nach Flug MH 370?

Das Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fliegers MH370 ist auch nach über sieben Jahren noch nicht geklärt. Doch nun glaubt ein britischer Ingenieur, fündig geworden zu sein.
Ein Bild des verschwundenen Malaysia-Airlines-Fliegers MH370 ist auf einem Schulhof auf den Philippinen zu sehen. © picture alliance / dpa

Richard Godfrey gibt nicht auf. Mehr als sieben Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fliegers MH 370 glaubt er, das Rätsel gelöst zu haben. Ihm zufolge ist das Flugzeug 1993 Kilometer westlich von Perth ins Meer gerauscht.

„Der Hauptabsturzort liegt am Fuße des Broken Ridge in einem Gebiet mit schwierigem Unterwassergelände“, sagt er. Godfrey ist Luft- und Raumfahrtingenieur und gehört zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, die seit Längerem eine Reihe von Funksignalen analysiert und so versucht, das Wrack aufzuspüren. Diese als WSPR (Weak Signal Propagation Reporter) bekannten Signale sollen geholfen haben, die Absturzstelle in vier Kilometern Tiefe im Indischen Ozean zu identifizieren. In dem bergigen Bereich gibt es einen Unterwasservulkan und eine Schlucht.

Interessant: Der vermeintliche Absturzort befindet sich in jener Region, die bereits Charitha Pattiaratchi, ein Professor für Ozeanografie an der Universität von Westaustralien, als wahrscheinlichste Zone identifizierte. Pattiaratchi berechnete die Region, indem er die Wrackteile, die von MH 370 auf den Inseln La Réunion und Madagaskar sowie an der afrikanischen Küste angespült wurden, anhand der Meeresströmungen zurückverfolgte.

Eines der größten Rätsel der Fluggeschichte

Das Verschwinden der Malaysia-Airlines-Maschine MH 370 ist eines der größten Rätsel der Fluggeschichte. Die Maschine war am 8. März 2014 mit 239 Menschen in Kuala Lumpur gestartet, dann verlor sich ihre Spur – bis heute.

Auch Luftfahrtexperte Geoffrey Thomas bezeichnet Godfreys Bericht in einem Interview mit dem australischen Sender Channel 7 nun als einen „riesigen Durchbruch“. Die WSPR-Signale, auf die sich Godfrey bezieht, erstrecken sich weit über den Globus. Im Interview mit dem australischen Sender ABC verglich der Experte sie mit unsichtbaren „elektronischen Stolperdrähten“, die ausgelöst würden, wenn Flugzeuge sie kreuzten.

Für seine Analysen entwickelte Godfrey ein eigenes Luftfahrt-Tracking-System namens GDTAAA (Global Detection and Tracking Any Aircraft Anywhere Anytime), mit dessen Hilfe er die WSPR-Signale für den Zeitraum im März 2014 alle zwei Minuten analysierte. Die Region der vermeintlichen Absturzstelle beschreibt Godfrey als schwer zugänglich. Das könnte auch erklären, warum bei einer Suchaktion in ebendiesem Bereich keine Hinweise auf das verschollene Flugzeug gefunden wurden.

Suche nach Flug MH 370 geht weiter

Bereits im Mai hatte der Luft- und Raumfahrtingenieur Analysen veröffentlicht, wonach die Boeing von jemandem bewusst auf Kurs gehalten wurde, bevor sie verschwand. Godfrey zeigte auf, wie die Maschine zahlreiche Kurven flog und die Geschwindigkeit änderte. Der Pilot habe kommerzielle Flugrouten gemieden und auf inoffiziellen Routen „falsche Spuren“ hinterlassen. Der 53-jährige Flugkapitän Zaharie Ahmad Shah war bereits vor Godfreys Analyse in den Fokus geraten.

Im Februar 2020 äußerte sich sogar der frühere australische Premierminister Tony Abbott in einer Dokumentation des Senders Sky News zu den Überlegungen, der Pilot habe Selbstmord begangen. Abbott sagte damals, er habe früh von malaysischen Beamten von der Selbstmordtheorie erfahren. „Mein Verständnis – mein sehr klares Verständnis – von den obersten Ebenen der malaysischen Regierung ist, dass sie von Anfang an dachten, es sei ein Selbstmord und damit Mord durch den Piloten“, erklärte er.

Im offiziellen Abschlussbericht der malaysischen Behörden war davon nicht die Rede. Die Suche nach Flug MH 370 geht weiter.

Der Artikel "Flugzeugabsturz mit 239 Toten: Durchbruch bei der Suche nach Flug MH 370?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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