Russland: Gaslieferung nach Europa mit Nord Stream 2 möglich

Das Bild zeigt ein kleines Gasleck bei Nord Stream 2 in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache.
Das Bild zeigt ein kleines Gasleck bei Nord Stream 2 in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache. Die Pipeline ist laut Russland weiterhin einsatzbereit. © picture alliance/dpa/Swedish Coast Guard
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Der mutmaßliche Sabotageakt gegen die Nord Stream Pipelines hat nach Angaben aus Moskau offenbar die von Russland präferierte Leitung Nord Stream 2 verschont. „Was Nord Stream 2 betrifft, so ist diese Pipeline bisher nach vorläufiger Einschätzung tatsächlich in technisch geeignetem Zustand“, sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak am Mittwoch im Staatsfernsehen. Er bot an, durch diese Leitung Gas nach Europa zu liefern. Zugleich forderte er eine Beteiligung Russlands an den Ermittlungen zur Sabotage.

Ende September kam es zu Explosionen unter Wasser an der Ostseepipeline. Dabei wurden beide Stränge der Pipeline Nord Stream 1 und ein Strang von Nord Stream 2 leck geschlagen. Experten gehen von einem staatlichen Sabotageakt aus.

Deutschland hatte Zertifizierung von Nord Stream 2 endgültig gestoppt

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt Briten und US-Amerikaner des Anschlags auf die Gasleitung beschuldigt. Diese seien die Profiteure des Sabotageakts, behauptete er. Nord Stream 1 wurde dabei seit Anfang September von Russland nicht mehr mit Gas bepumpt – angeblich aus technischen Gründen, die wegen der Sanktionen nicht zu beheben seien.

Stattdessen hat Moskau Nord Stream 2 als Ausweichvariante angeboten, deren Zertifizierung allerdings von Deutschland nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar endgültig gestoppt wurde. Nach der Liquidierung von Nord Stream 1 hat Nowak nun erneut Nord Stream 2 ins Spiel gebracht. Gaslieferungen seien möglich, wenn erforderlich, betonte der Minister.

Gaszprom-Tweet sorgt für Spekulationen

Bereits vor einigen Tagen hatte der russische Gaskonzern Gazprom getwittert, dass nun kein Gas mehr ausströme und eine Gaslieferung über Nord Stream 2 theoretisch möglich sei. Viele User vermuten allerdings gezielte Propaganda und einen Erpressungsversuch, um die Sanktionen gegen Russland auszusetzen und die Zertifizierung von Nord Stream 2 zu erzwingen.

Andere spekulieren, dass damit auch ein Motiv für mögliche Sabotageakte gegeben ist. Klar ist bislang, dass auf Grund der Größe des Attentates ein Staat als Verursacher gilt. Russland beschuldigt die USA.

Der schwedischen Küstenwache zu Folge ist der Austritt von Gas noch nicht vollständig gestoppt.

dpa/kar