Rollender Zoo - mit Video

Altenheim St. Peter: Auf Tuchfühlung mit Alpaka und Krokodil

Tierisch ging es im Altenheim St. Peter Waltrop zu: Dort war der rollende Zoo zu Gast. Mancher Senior zeigte wenig Berührungsängste, wenn es darum ging, Krokodil oder Schlange zu streicheln.
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims St. Peter in Waltrop bekamen tierischen Besuch. © Meike Holz

Alpakas, Krokodil, Schildkröte, Stinktier, Ziege und sogar eine Schlange bevölkerten jetzt das Altenheim St. Peter. Der „Rollende Zoo“ von Martin Tränkler war zu Besuch, und der ausgebildete Tierpfleger sorgte bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung für viel Begeisterung, für ein bisschen Respekt vor manchem Tier, aber auch dafür, dass so manche Erinnerung wach wurde.

„Einige Bewohner haben bei der Gelegenheit über die Haustiere und Hoftiere gesprochen, die sie und ihre Familien früher besaßen“, berichtet Frauke Köhler, die Leiterin des Sozialen Managements im Altenheim St. Peter.

Manege auf der Wiese

Die einzelnen Wohnebenen wurden hinaus auf die Wiese hinter der Einrichtung gebeten, wo Martin Tränkler eine Art „Manege“ aufgebaut hatte. Wer nicht mehr so mobil war, der musste aber nicht auf die tierische Gesellschaft verzichten – dann kam zum Beispiel die Schlange zu den Bewohnern aufs Zimmer. Martin Tränkler ließ die Bewohner die Tiere streicheln, aber er hatte auch eine ganze Menge Wissenswertes mit dabei: Wie schwer ist eigentlich eine Schlange und mehr.

Vor 58 Jahren begann Vater Tränkler

Martin Tränkler erklärte, vor 58 Jahren habe sein Vater mit dem „Rollenden Zoo“ begonnen. Zunächst war er vor allem an Grundschulen zu Gast, besuchte dort Biologie- und Sachkundeunterrichts-Stunden mit seinen exotischen Tieren. Seit 20 Jahren bietet Tränkler auch tiergestützte Therapie für Seniorenheime und Behinderteneinrichtungen an. Denn: Die Erfahrungen und Begegnungen mit den Tieren regten das Stammhirn an, und Erinnerungen werden abgerufen, wie der Tier-Kenner erklärt.

Der Zoo-Besuch wurde möglich durch die Spende von Waltroper Landwirten, die 1730 Euro aus ihrer Lichterfahrt spendeten. Stellvertretend für die Landwirte überbrachten Christoph Zimmer (l.) und Stefan Franzgrote den symbolischen Scheck an Ingo Wieckhorst (M.) vom Altenheim. © Meike Holz © Meike Holz

Möglich wurde der Besuch des rollenden Zoos durch eine Spende der Waltroper Landwirte. Die hatten nämlich am Neujahrstag eine Lichterfahrt durch Waltrop unternommen: Mit geschmückten und beleuchteten Treckern und Anhängern waren sie quer durch die Stadt gefahren, was zu staunenden Augen und viel Beifall der Bürger gesorgt hatte, die begeistert an den Straßen gestanden und den „Umzug“ bestaunt hatten. Bei der Gelegenheit hatten die Landwirte zu Spenden aufgerufen, und die waren auch reichlich geflossen.

Spende für Altenheime und Krankenhaus

6920 Euro zählten schließlich die Organisatoren um Stefan Franzgrote, Christoph Zimmer, Daniel Sißmann, Philipp Graé und Bernd Krumnacker. Das Geld ging an die Waltroper Senioreneinrichtungen Alte Berginspektion, Hirschkamp, St. Peter und an das Krankenhaus in Waltrop. Die Altenheime hatten jeweils erklärt, die Spende für irgendeine Art Fest oder Unterhaltungs-Aktion verwenden zu wollen. Der Besuch vom „Rollenden Zoo“ war, wie sich dann herausstellte, ein echter Volltreffer.

Zum ersten Mal hätten sie den Zoo gebucht, erklärte Frauke Köhler. Aber gemessen an der Begeisterung wird es möglicherweise nicht das letzte Mal gewesen sein.

Tränklers rollender Zoo

Der mobile Zoo ist ein Familien-Unternehmen und besteht seit dem Jahr 1962. Der gelernte Tierpfleger Martin Tränkler erklärt, er habe seine persönliche Leidenschaft zu exotischen Tieren zum Beruf gemacht. Diese Passion sei ihm von seinen Eltern in die Wiege gelegt worden.

Tränkler legt Wert darauf festzustellen, dass die Tiere, mit denen er arbeitet, eigene Nachzuchten sind oder aus Tierparks stammen.

Er betont, dass die Tiere mehrfach im Jahr tierärztlich untersucht und vom Veterinäramt kontrolliert werden. Das sei auch sehr wichtig für die Zufriedenheit und Gesundheit jedes einzelnen Tieres. Die Vierbeiner und Reptilien erhielten zum einen reichlich Beschäftigung und zum anderen Bewegung in großen Auslaufflächen. So seien die Tiere bei ihren Auftritten ausgeglichen und hätten Spaß.

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