Radverkehr

Waltrop gibt Startschuss für die erste Fahrradstraße

Am Dienstag geht es los: Im Bereich der Hafen- und Hilberstraße in Waltrop sollen Radfahrer künftig Vorrang bekommen. Eine neue Ampelanlage hilft dann bei der Querung der Berliner Straße.
Die Hafenstraße wird künftig zur Fahrradstraße. © Martin Pyplatz

Erst scheiterte der Start an den Kosten, dann war die Baufirma in den Hochwassergebieten im Einsatz – aber jetzt geht es los: Am kommenden Dienstag (28. 9.) gibt es das Startsignal für den Bau der ersten Waltroper Fahrradstraße. Das kündigte Stadtsprecherin Andrea Middendorf am Freitag an.

Neue Ampelanlage sorgt für sichere Querung der Berliner Straße

Vorgesehen ist die Umwandlung der oberen Hafenstraße (ab dem St.-Ludgerus-Turm) sowie der unteren Hilberstraße. Dort sollen künftig Radfahrer Vorrang erhalten. Der Autoverkehr ist dann auf Anlieger beschränkt. Voraussetzung für die neue Trasse, die sowohl die Klöckner-Siedlung, den Großen Kamp und die Blumensiedlung ideal mit der Innenstadt verbindet, ist ein Durchstich über die Berliner Straße. Eine neue Ampelanlage, die im Bedarfsfall den Verkehr stoppt, soll für einen sicheren Überweg über die Hauptverkehrsstraße sorgen. Die Kosten belaufen sich auf 120.000 Euro, wobei das Land NRW 75 Prozent fördert, so Andrea Middendorf. Auf Höhe der Feuerwache teilt sich die neue Fahrradstraße auf, die dann einerseits über die Große-Geist-Straße zum Rathaus führt oder andererseits über die Hilberstraße bis zur Leveringhäuser.

CDU beantragt Fortsetzung bis zur Innenstadt

Diese Pläne sollen aber nur ein erster Schritt sein: Wie im Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, wurde die Verwaltung auf Antrag der CDU beauftragt, die Fortsetzung der Fahrradstraße über die obere Hilberstraße bis zum Bissenkamp und damit bis zur Fußgängerzone zu prüfen. Dies sei auch mit Blick auf die Pläne der Internationalen Garten-Ausstellung (IGA) im Jahr 2027 anzustreben, begründete CDU-Ratsmitglied Sascha Müller den Antrag. „Wir wollen die Radtouristen, die künftig den geplanten Radweg am Dortmund-Ems-Kanal nutzen, selbstverständlich auch in unsere schöne Innenstadt locken“, so Müller.

Auch Schörlinger Straße und In der Baut sollen umgewidmet werden

Damit nicht genug: Wirtschaftsförderer Burkhard Tiessen stellte Prüfergebnisse für weitere Fahrradstraßen-Projekte vor. So könnten auch die Schörlinger Straße und die Straße In der Baut umgewidmet werden. Auf der Kreuzung mit dem Nordring würde dann der Radweg rot markiert, und der Radverkehr hätte dort auch Vorrang vor dem Kfz-Verkehr. Außerdem würde auf dem Nordring für Autos Tempo 30 gelten. Der Vorteil wäre eine durchgehende Radverbindung von der Innenstadt zur Kardinal-von-Galen-Schule, zur Realschule und weiter in Richtung Friedhof und Sportzentrum Nord. Insgesamt werden für die Pläne weitere 20.000 Euro veranschlagt.

Poller an der Begonienstraße könnte verschwinden

Grundlage für die Planung bildet übrigens eine Verkehrszählung, die vor den Sommerferien im Juni 2021 durchgeführt wurde. Sie belegt, dass der Radverkehr auf den genannten Straßen die vorherrschende Verkehrsart ist oder werden kann. Nur unter dieser Voraussetzung sei laut Straßenverkehrsordnung die Einrichtung einer Fahrradstraße erlaubt, erklärte Tiessen.

Die neue Fahrradstraße im Bereich obere Hafenstraße könnte auch Folgen für die Anwohner der Begonienstraße nach sich ziehen. Auf Antrag der SPD wird nun geprüft, ob der dortige Poller zur Messingfeldstraße entfernt wird, damit der Durchgangsverkehr zwischen Rosenstraße und unterer Hafenstraße aufgefangen werden könne. „Schließlich darf die Fahrradstraße nur noch von Anliegern befahren werden“, so SPD-Fraktionschef Detlev Dick.

Info

Sanierung der Borker Straße macht neuen Fahrradweg möglich

Bewegung kommt endlich auch in die Sanierung der Borker Straße. Dort muss der Autoverkehr an einer Engstelle hinter der Kanalbrücke über den Datteln-Hamm-Kanal bereits seit vielen Monaten durch eine Ampelanlage geregelt werden, da hier die nördliche Böschung an der Rampe auf etwa 200 Metern Länge abgerutscht ist.

Einstimmig entschieden hat sich der Ausschuss für eine Variante, die die Verbreiterung des Dammkörpers vorsieht und auch hier einen Fahrradweg ermöglicht. Dieser Radweg soll den bestehenden Radweg an der L809n (Industriestraße) mit der Riphaus- und Bahnhofstraße verbinden. Allerdings muss die Stadt dafür rund 700.000 Euro investieren. Mit den Baumaßnahmen ist im kommenden Jahr zu rechnen.

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