Urteil in Dortmund

Waltroper Räuber lassen Selmer Freund nach vier Jahren aufatmen

Das Dortmunder Landgericht hat einen 26-jährigen Angeklagten aus Selm vom Vorwurf der Beteiligung an einem Raubüberfall freigesprochen. Das hatte er drei Bekannten aus Waltrop zu verdanken.
Verteidiger Michael Liedtke holte für seinen Mandanten einen Freispruch heraus. © Martin von Braunschweig

Ein Mann aus Selm (26) ist vom Dortmunder Landgericht freigesprochen worden. Im Raum stand, dass er an einem Raubüberfall beteiligt gewesen sein sollte, der drei Waltropern zur Last gelegt wurde. Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass der Angeklagte im Februar 2017 den Fluchtwagen gefahren hat, der drei Täter nach einem Raubüberfall auf eine Selmer Spielhalle aus der Gefahrenzone brachte.

Der 26-Jährige hatte dies jedoch von Anfang an bestritten. Er behauptete, er sei an diesem Morgen von seinem Bekannten aus Waltrop angerufen und um einen Gefallen gebeten worden. Er solle doch bitte an einem Parkplatz warten und ihn kurz zu seinen Eltern fahren.

Drei Bekannte sprangen ins Auto

An dem Parkplatz sei dann jedoch nicht nur ein, sondern gleich drei Bekannte ins Auto gesprungen und hätte laut gerufen: „Fahr los.“ Der Selmer will aber sofort durchschaut haben, dass hier etwas Illegales im Gange war. Deshalb habe er die Mitfahrer schon nach wenigen Hundert Metern aus dem Auto geworfen und am nächsten Tag auch die Polizei alarmiert.

In ihren Vernehmungen hatten die Waltroper sich dann aber gerächt und den Verräter als angeblichen Mittäter benannt. Der Selmer habe von allem gewusst und sogar auch einen Anteil aus der Beute erhalten, hieß es.

Erst jetzt, vier Jahre später, rückten die Räuber diese Gemeinheit gerade. „Er hatte nichts damit zu tun“, gaben sie vor dem Dortmunder Landgericht kleinlaut zu. Den Richtern blieb danach nichts anderes übrig, als den 26-Jährigen freizusprechen.

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