BVB zu Gast in Leipzig: Rose-Rückkehr hat großen Einfluss auf die Vorbereitung

Redakteur
BVB-Trainer Edin Terzic gibt Julian Brandt eine Anweisung.
BVB-Coach Edin Terzic (r.) muss nach dem Trainerwechsel bei RB Leipzig umdenken. © imago / Team 2
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Edin Terzic ist ein höchst akribischer Mensch. Der Trainer von Borussia Dortmund überlässt nur ungern etwas dem Zufall. In ewig langen Videoanlaysen seziert er den kommenden Gegner, pflegt verschiedene Ordner mit sämtlichen Informationen zur systematischen Grundausrichtung, zum Umschaltverhalten, zu Schlüsselspielern und allgemeinen Statistiken. Doch wenn der BVB am Samstag (15.30 Uhr, live auf Sky) bei RB Leipzig antritt, kann er seine Vorbereitungen mehr oder weniger über den Haufen werfen.

Ex-BVB-Trainer Marco Rose: „Ich werde Dinge anders angehen“

Denn: Die Leipziger Verantortlichen haben unmittelbar vor dem Spiel gegen Dortmund auf die sportliche Krise reagiert. „Ich habe die Videos natürlich geschaut, bevor dann offiziell wurde, dass sich RB Leipzig von Domenico Tedesco getrennt hat“, erklärte Terzic, der nun – so will es die verrückte Fußballwelt eben – auf seinen BVB-Nachfolger und gleichzeitig Vorgänger Marco Rose trifft.

Das an sich ist natürlich schon eine „spannende und spezielle Situation“ wie Rose es selbst nannte, aber sie hat eben auch unmittelbare Auswirkungen auf das Spiel. „Ich werde ein paar Dinge anders angehen“, sagte Rose, der vor dreieinhalb Monaten noch vom BVB Gehalt überwiesen bekam, bei seiner ersten Pressekonferenz in Leipzig. Den „Rose-Fußball“, den man – zumindest in Ansätzen – auch aus Dortmund kennt, wird er so schnell nicht implementieren können, dennoch wird der 45-Jährige zumindest frische Impulse liefern.

Formstarker BVB trifft auf kriselnde Leipziger

„Natürlich verändert der Trainerwechsel ein bisschen etwas“, weiß auch Terzic. Allerdings sei die Analyse der „Roten Bullen“ sowieso nicht besonders ergiebig gewesen. „Leipzig hat zuletzt viel ausprobiert. Daher war es ohnehin nicht leicht, sich auf den Gegner vorzubereiten.“ Bei Rose ist das anders. Terzic müsste eigentlich genau wissen, was ihn und seine Mannschaft erwartet. Schließlich kennen er und der gebürtige Leipziger sich bestens, der heutige BVB-Trainer war nach seiner Interimszeit in Dortmund zunächst sogar als Co-Trainer Roses eingeplant, übernahm dann aber das Amt des Technischen Direktor. Dennoch sei der Austausch immer sehr eng gewesen, wie Terzic betonte. „Inwieweit uns das helfen wird, werden wir sehen. Aber es stehen ja nicht Edin Terzic und Marco Rose auf dem Platz, sondern Borussia Dortmund und RB Leipzig.“

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Dortmund Airport: Der BVB auf dem Weg nach Leipzig

Und damit ein formstarkes Team aus Dortmund, das mit zwölf Punkten in diese Bundesliga-Saison gestartet ist und deren neue Leidenschaft auf dem Platz und defensive Stabilität heraussticht. Und eine Mannschaft aus Sachsen, die erst erst einen Dreier geholt hat, spielerisch zuletzt nicht zu überzeugen wusste und in einer (hausgemachten) handfesten Krise steckt.

BVB-Trainer Edin Terzic lobt seine Mannschaft

Edin Terzic interessiert die scheinbar angespannte Situation in Leipzig herzlich wenig. „Wir wollen uns auf das besinnen, was wir in den letzten Wochen gut gemacht haben.“ Und davon habe es jede Menge gegeben. „Wir haben es häufig geschafft, die Null kompakt zu verteidigen und viel Energie gegen den Ball investiert. Offensiv sind wir sehr zufrieden, wie klar wir uns die Chancen herausgespielt haben. Wir sind auf einem richtig guten Weg, da wollen wir anknüpfen.“

Dabei nicht mithelfen können wird – neben den Langzeitverletzten Sebastien Haller, Mahmoud Dahoud, Jamie Bynoe-Gittens und Mateu Morey – Thorgan Hazard. Der Belgier fällt mit einer Muskelzerrung aus. Auch Donyell Malen und Karim Adeyemi fehlten beim Abflug des BVB am Freitagabend. Die Personallage bleibt also extrem angespannt. Aber bei einem darf man sich sicher sein: Edin Terzic wird bis zum Anpfiff noch einige Stunden vor dem Bildschirm verbringen. Statt RB analysiert er dann wohl alte BVB-Spiele.