Gesundheit

Im Kreis Recklinghausen ist der erste Affenpocken-Fall bestätigt worden

Bei Affenpocken ist die Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch selten und nur über einen sehr engen Kontakt möglich, so das Kreisgesundheitsamt. Es könnte einen weiteren Fall im Kreis geben.
Eine Krankenschwester bereitet im Krankenhaus einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus vor. © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS

Im Kreis Recklinghausen gibt es den ersten nachgewiesenen Fall einer Affenpocken-Infektion. Wie die Kreisverwaltung Recklinghausen mitteilte, ist ein Mann aus Haltern am See betroffen. Er befinde sich in Quarantäne, gleiches gelte für seine engen Kontaktpersonen. Das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen steht nach eigenen Angaben in täglichem Austausch mit dem Betroffenen und seinen Kontakten. Wo er sich infiziert hat, sei aktuell noch unklar.

Ein weiterer Verdachtsfall wurde dem Gesundheitsamt aus Castrop-Rauxel gemeldet. Proben des Mannes befinden sich derzeit zur Untersuchung im Labor. Das Gesundheitsamt hat mit ihm bereits gesprochen: Es bestand enger Kontakt zu bereits nachgewiesenen Fällen. Er befindet sich in Isolation, seine Kontakte werden derzeit ermittelt und zuständige Gesundheitsämter anderer Städte informiert.

Mittlerweile 765 Fälle in Deutschland

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind mittlerweile in Deutschland 765 Affenpocken-Fälle nachgewiesen worden. Die erste Ansteckung war im Mai 2022 aufgetreten. Bemerkenswert ist, dass sich keiner der Infizierten zuvor in Afrika aufgehalten hat. Vor allem in Zentral- und Westafrika ist das Virus bei Nagetieren verbreitet.

Gesundheitsamt: Keine schnelle Ausbreitung zu befürchten

Anders als bei Corona ist bei Affenpocken die Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch selten und nur über einen sehr engen Kontakt möglich. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Affenpocken im Kreis Recklinghausen schnell ausbreiten, ist gering“, so Marina Lorsch, Leiterin des Infektionsschutzes beim Gesundheitsamt des Kreises.

Das vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten. Jetzt gibt es auch im Kreis Recklinghausen einen bestätigten Fall. © picture alliance/dpa/Institute of Tropical Medicine, Antwerp

Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und erstem Ausbruch von Symptomen, liegt bei Affenpocken meist zwischen fünf und 21 Tagen. Einige Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickeln sich Hautveränderungen. „Der Ausschlag konzentriert sich in der Regel auf Gesicht, Handflächen und Fußsohlen. Infizierte sollten jede Art von engem Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, bis der Ausschlag abgeklungen und der letzte Schorf abgefallen ist“, so Lorsch. Dieser Prozess könne bis zu vier Wochen dauern. Ansteckend sind infizierte Personen, bis die Symptome abgeklungen bzw. die infektiösen Bläschen verschwunden sind.

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt

Jeder, der Symptome hat, die auf Affenpocken hindeuten, sollte enge körperliche Kontakte vermeiden und sich sofort von medizinischem Fachpersonal beraten lassen, rät der Kreis. Erster Ansprechpartner sei der Hausarzt. Dieser leitet alle notwendigen Schritte ein und hat die Möglichkeit, eine Laboruntersuchung zu veranlassen. Die Gesundheitsämter werden automatisch informiert, wenn ein positiver Befund vorliegt.

Weitere Informationen zur Krankheit sowie Empfehlungen zum richtigen Verhalten finden Interessierte unter www.rki.de/affenpocken.

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