Verhandlungen nerven

Corona-Impfung: Marler Ärztin platzt der Kragen

In ihrer Praxis lässt Dr. Maya Ong ihren Patienten keine Wahl mehr. Gegen Corona wird das Mittel verimpft, das zur Verfügung steht - oder gar nichts.
Dr. Maya Ong hat genug: Ab sofort diskutiert die Marler Allgemeinmedizinerin mit Patienten nicht mehr über die Auswahl von Corona-Impfstoffen. © Patrick Köllner

Dr. Maya Ong, Allgemeinmedizinerin und Sprecherin des Vereins Ärztenetz für Marl, zieht die Reißleine. Auslöser war eine von vielen Diskussionen mit Patienten, die für ihre Corona-Impfung auf Biontech bestehen. „Ich bin ein geduldiger Mensch und habe bisher alles mitgemacht, aber jetzt reicht es“, stellt die Ärztin klar.

Ab sofort werden in ihrer Praxis die Mittel verimpft, die zur Verfügung stehen. Unter Einhaltung der Stiko-Empfehlung für unter 30-Jährige und Schwangere. Der Impfstoff ist mehrheitlich Moderna. „Das Mittel ist genauso wirksam wie Biontech. Wem das nicht recht ist, der braucht sich nicht bei mir in der Praxis melden.“, sagt Maya Ong. „Wir alle wollen schnell durch die Pandemie kommen. Das geht nur, wenn wir schnell impfen und boostern.“

Ernst der Lage erkennen

Wütend macht die Medizinerin, dass viele Menschen nicht den Ernst der Lage begreifen. Sie fragt sich, ob den Leuten klar ist, welches Vorrecht wir in Deutschland gegenüber ärmeren Ländern haben, in denen die Leute froh wären, überhaupt Impfstoffe zu haben. „Ich musste 12 Ampullen AstraZeneca wegwerfen, weil das niemand haben wollte“, sagt Maya Ong. „Lassen wir uns alle an einem Strang ziehen und das Ende der Pandemie nicht durch ein Luxusproblem hinauszögern! Wir sollten froh und dankbar sein, dass wir uns überhaupt impfen lassen können!“

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