Essen wie im Orient – neues Restaurant hat in Recklinghausen eröffnet

Ein Mann hält in einem Restaurant zwei Teller mit orientalischen Gerichten in den Händen.
Raman Omar, der Sohn der Betreiber, präsentiert zwei typisch syrische Gerichte: Makloubeh (links) und Mansaf Halabi. © Jörg Gutzeit
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Das Internet scheint sich einig, die Bewertungen bei Google sprechen für sich: Lediglich zwei der 47 Gäste, die das „ViVo’s“ online bewertet haben, geben dem syrischen Restaurant vier von fünf Sternen. Was ja auch schon ganz ordentlich ist. Die Mehrheit aber greift bei ihrer Rezension zu fünf Sternen – mehr geht nicht. Wobei der Vollständigkeit halber gesagt werden muss, dass diese Online-Bewertungen von Google nicht überprüft werden.

Wie wäre es mit Kibbeh Zubeyde? Oder mit Mansaf Halabi?

Seit nunmehr vier Monaten bietet die syrische Familie Omar an der Dortmunder Straße 64 in Ost orientalische Gerichte an. 2015 war die Familie aus der einst strahlenden Stadt Aleppo geflohen – und hatte mit Gastronomie überhaupt nichts am Hut. Heute kocht Mutter Perihan Gerichte wie Kibbeh Zubeyde, Makloubeh oder Mansaf Halabi. Für die, die in der syrischen bzw. orientalischen Küche nicht zu Hause sind: Kibbeh Zubeyde sind Bulgurknödel mit Hackfleisch und Chili, Makloubeh setzt sich zusammen aus Reis, Auberginen, Lammfleisch und gerösteten Nüssen. Das Gericht Mansaf Halabi besteht aus Frikeh und Reis mit Nüssen, Kalbfleisch und syrischem Tsatsiki. „Frikeh ist gerösteter Weizen, der unreif, also noch grün, geerntet worden ist“, sagt Raman Omar, der Sohn von Perihan und Kamal Omar. Er studiert in Siegen Wirtschaftsinformatik, schreibt an seiner Bachelor-Arbeit und greift seinen Eltern, die privat am Oerweg wohnen, sooft es geht im Restaurant unter die Arme.

Drei Männer und eine Frau stehen vor dem Eingang eines syrischen Restaurants in Recklinghausen.
Familienpower: Vater Kamal Omar (2.v.l.) betreibt das Restaurant, Mutter Perihan kocht, Sohn Raman (r.) unterstützt. Yalmaz (l.) gehört nicht zur Familie, steht aber im „ViVo’s“ am Grill. Zuvor waren dort ein portugiesisches Fisch-Lokal und zuletzt ein ungarisches Restaurant angesiedelt. © Jörg Gutzeit

Aus zerbombtem Zahnlabor in Aleppo in die Küche in Recklinghausen

Was verblüfft: Von den Omars war bis vor vier Monaten höchstens Raman mit der Gastronomie-Branche in Berührung gekommen: als Theken- oder Servicekraft. „In Syrien haben wir nie etwas mit Gastronomie zu tun gehabt“, sagt Raman. „Meine Eltern haben beide im ehemaligen Jugoslawien Zahntechnik studiert.“ Dorthin waren die beiden Kurden aus der syrischen Stadt Afrin gezogen. Nach ihrem Studium verschlug es sie dann nach Aleppo. Zwei Zahnlabore seines Vaters seien dort zerbombt worden, erzählt Raman. Nach ihrer Flucht vor dem Krieg in Syrien landeten die Omars mit ihrem Sohn und drei Töchtern in Siegen. Eine der Töchter lernte jemanden in Recklinghausen kennen und zog hierher. Vor sieben Monaten folgten ihr die Eltern.

„Meine Eltern wollten etwas auf die Beine stellen“, sagt Raman. „Sie haben sich gefragt: Was könnte laufen? Und sie sind beim Essen gelandet.“ Bereits in Siegen seien die Kochkünste seiner Mutter bei deren deutschen Freundinnen gut angekommen. „Meine Mutter kocht original syrische Rezepte. Die syrische Küche machen vor allem Gewürze aus. Es ist aber auch die Art des Kochens. Außerdem gibt es viel Gemüse: Auberginen, Tomaten, aber auch Oliven und Nüsse.“ Der Klassiker bei den Gästen sei aber die Mix-Platte. Deren Bestandteile aufzulisten, würde den Rahmen sprengen.

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