Kriminalität

Wuppertal: Mann sticht auf Behördenmitarbeiterin ein – Festnahme

Eine Mitarbeiterin einer Wuppertaler Behörde ist mit einem Messer schwer verletzt worden. Ihre Kollegen konnten den mutmaßlichen Täter festhalten. Die Polizei bittet um weitere Zeugen und Hinweise.
Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen vor dem Haus der Integration.
Im Wuppertaler Haus der Integration ist eine Mitarbeiterin der Behörde vermutlich mit einem Messer schwer verletzt worden. © picture alliance/dpa

Im Wuppertaler Haus der Integration ist eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde bei einem Messerangriff schwer verletzt worden. Nach Angaben der Stadt Wuppertal haben Kollegen den mutmaßlichen Täter festgesetzt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Ein Motiv für die Tat sei nicht bekannt, erklärte die Stadt und verwies dabei auf die laufenden Ermittlungen der Polizei. Das Haus der Integration verbindet laut der Stadt Institutionen, die sich in Wuppertal um Zugewanderte und Geflüchtete kümmern.

Nach Angaben der Polizei nahmen die Beamten einen 20-jährigen Tatverdächtigen fest. Nähere Angaben zu der Person und zum Verlauf der Tat machte die Polizei vorerst nicht. Nach ihren Informationen ist die 25-jährige Mitarbeiterin der Behörde schwer verletzt, Lebensgefahr bestehe nicht. Rettungskräfte brachten sie in ein Krankenhaus. Bei der Tat sei ein Messer eingesetzt worden. Nach Angaben der Stadt ist die Verletzte eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde. Aus Ermittlerkreisen hieß es, bei dem Tatverdächtigen handele es sich um einen 20-jährigen Syrer.

Oberbürgermeister zeigt sich betroffen

„Ich bin sehr betroffen von diesem schrecklichen Angriff“, erklärte Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Grüne) und wünschte der Verletzten alles Gute für ihre Genesung. „Mein großer Dank und Respekt gelten den Kollegen, die mutig und ohne Rücksicht auf eine mögliche eigene Gefährdung eingegriffen und den Täter überwältigt haben. Wir werden jetzt alles tun, damit alle Kolleginnen und Kollegen im Haus der Integration auch langfristig die bestmögliche Unterstützung erhalten“, erklärte der Oberbürgermeister.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der dpa: „Ich bin bestürzt über den brutalen Messerangriff auf die städtische Mitarbeiterin in Wuppertal. Menschen, die im öffentlichen Dienst ihr Schaffen dem Wohl der Allgemeinheit widmen, sollten nicht mit Angst zur Arbeit gehen müssen. Dem Opfer wünsche ich eine schnelle Genesung.“ Die Wuppertaler Polizei sucht nach der Tat am Donnerstag weitere Zeugen sowie mögliche Fotos und Videos und verweist dabei auf ein Hinweisportal der Landespolizei.

Mitarbeiter erhalten psychologische Unterstützung

Das Haus der Integration wurde laut der Stadt am Donnerstag zunächst geschlossen. Dort werde auch am Freitag der normale Dienstbetrieb nicht wieder aufgenommen. Mitarbeiter des Rettungsdienstes leisteten psychologische Unterstützung für die Mitarbeiter. „Das ist ein Schock für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Gedanken sind bei der Kollegin, wir senden ihr die besten Wünsche zur Genesung“, erklärte der Wuppertaler Sozialdezernent Stefan Kühn.

Der Deutsche Beamtenbund Nordrhein-Westfalen verurteilte den Angriff auf das Schärfste und forderte von der schwarz-grünen Landesregierung Handlungsempfehlungen für die Kommunen. „Die Übergriffe auf Beschäftigte des öffentlichen Dienstes nehmen inzwischen Überhand. Das kann die Politik nicht länger verantworten. Der Schutz der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ist vordringliche Vorgesetztenpflicht und muss deshalb auch wirklich zur Chefsache werden“, erklärte der Landesvorsitzende Roland Staude.

Auch die Komba Gewerkschaft NRW sieht dringenden politischen Handlungsbedarf. „Gewalt gegen Beschäftigte darf nicht erst wieder in den Köpfen der Politik präsent werden, wenn ein solch schrecklicher Übergriff passiert. Ein flächendeckendes Sicherheits- und Schutzkonzept wird von uns seit Jahren gefordert und ist längst überfällig“, erklärte Landesvorsitzender Andreas Hemsing. „Wir sind tief erschüttert und entsetzt über den Messer-Angriff auf eine Kommunalbeschäftigte in Wuppertal. Unsere Gedanken sind bei der Kollegin und bei den Beschäftigten des Amtes“, betonte er.

dpa

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