Werner Metz geht in den Ruhestand

Schluss mit 63 Jahren – eine Institution verlässt die Sportverwaltung

Keine Frage, dieser Mann hat die Organisation des Sports in Recklinghausen entscheidend geprägt. Aber jetzt kann es Werner Metz etwas ruhiger angehen lassen. Er geht in den Ruhestand.
Mit 63 Jahren ist zwar offiziell Schluss, doch auch im Ruhestand wird Werner Metz das Recklinghäuser Sportgeschehen ausführlich beobachten. © Jochen Börger

Nein, man kann es nicht so richtig glauben, dass heute wirklich Schluss ist. Sichtbares Zeichen ist zwar, dass Werner Metz seinen Schreibtisch längst aufgeräumt hat und auch alle Akten fein säuberlich aufeinander gestapelt sind. Aber wer mit ihm über die Sportszene spricht, der hat nicht den Eindruck: Hier geht jemand in den Ruhestand – und alles andere ist ihm völlig egal.

„Ich habe gern gearbeitet“

Dafür sind Menschen vom Schlag eines Werner Metz nicht geboren. Ja, er arbeitete jahrzehntelang in einer Stadtverwaltung – doch nur sich und den Job zu verwalten, war nicht seine Sache. Nicht ganz ohne Grund gehört Werner Metz nun zu jenen Zeitgenossen, die den neuen Lebensabschnitt mit dem oft zitierten „lachenden und weinenden Auge“ angehen. Lachend, „weil es auch mal gut ist und mit 63 Jahren ein guter Zeitpunkt ist.“ Weinend, nun ja sagen wir besser wehmütig, „weil ich gern gearbeitet habe.“

Die Gesamtschulen baute er mit auf

„Sport bewegt sich“ – mit diesem Slogan kann sich Werner Metz anfreunden – und in 30 Jahren hat er ebenfalls in der Sportszene einiges bewegt. Der Weg dorthin war freilich nicht unbedingt vorgezeichnet. In Datteln geboren, wächst er in Gladbeck auf, arbeitet dort ab 1982 zunächst im Schulverwaltungsamt.

Sechs Jahre lang, dann zieht es ihn in die Festspielstadt. Wieder in die Schulverwaltung mit der Maßgabe, die bis dato in Sachen Gesamtschule vollends verwaiste Bildungslandschaft aufzupeppen. Metz baut in Süd die Käthe-Kollwitz-Schule mit auf. 1990 bietet sich die Chance zum Wechsel ins Sportamt – später, als der Fachbereich Schule und Sport entsteht, wird er Abteilungsleiter Sport/Bäder und Chef von aktuell 41 Mitarbeitern.

Als die Saudis stilles Wasser brauchten…

„Im Vergleich zu anderen Bereichen in einer Stadtverwaltung sind wir ja manchmal Künstler“, lacht Metz. Natürlich konnte er nicht lustig schalten und walten, wenn es um Bauprojekte wie die Günter-Hörster-Halle in Suderwich, die neue Halle am Hittorf-Gymnasium oder den Sportplatz Maybacher Heide ging.

Aber künstlerische Flexibilität war auch gefragt – wie 2006, als bei der Fußball-WM der Menschen mit Behinderung die Teams aus England und Saudi-Arabien in Hohenhorst zu Gast waren. Spezielles Obst und stilles Wasser wünschten die Saudis – kein Problem!

Holland und Italien sind die Reiseziele

Auch die „Woche des Sports“ liegt ihm am Herzen, ab sofort aus der Besucher-Perspektive. Die fällt nicht schwer. Reisen mit Ehefrau Maria, vorzugsweise nach Südholland und Italien, stehen auf der „Rentnerliste“ wie Spaziergänge mit Abby, dem neun Monate alten Deutschen Pinscher. Und dann sind da noch die Enkelkinder, mit denen er mehr Zeit verbringen kann. Langeweile kommt da nicht auf.

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