Industrie- und Gewerbegebiet

Dicker Dören: Gutachten sollen in diesem Jahr fertig sein

Äußerlich erkennbar ist noch nichts auf dem Areal „Im Dicken Dören“ im Süden Waltrops. Aber hinter den Kulissen werden zum Beispiel die Entwässerung und die Straßenanbindung eifrig geplant.
Am Dortmund-Ems-Kanal gelegen ist das Areal, an dem das neue Gewerbegebiet entstehen soll. © Meike Holz

Die Bezirksvertretung (BV) in Dortmund-Mengede hat sich am vergangenen Mittwoch (15. 9.) noch einmal mit dem geplanten Waltroper Industriegebiet „Im Dicken Dören“ befasst, das als neuer Standort für den Fahrzeugbauer Langendorf vorgesehen ist. Bekanntlich sind die Nachbarn im Süden nicht besonders erbaut davon, dass aus den Flächen rund um die Straße „Im Dicken Dören“ am Dortmund-Ems-Kanal ein Industrie- und Gewerbegebiet werden soll. Das hat die Dortmunder Stadtspitze in einer umfangreichen Stellungnahme, die auch der BV zur Diskussion vorlag, noch einmal niedergeschrieben. In dem zwölfseitigen Schreiben stellt Ludger Wilde, Beigeordneter der Stadt DO, im Einzelnen dar, warum man in der dortigen Stadtverwaltung „erhebliche Bedenken“ hegt und entsprechend die „nachbargemeindliche Zustimmung“, wie es im Amtsdeutsch heißt, nicht erteilt.

In Waltrop bleibt man optimistisch – nicht zuletzt, weil man die Regionalplanung in seinem Rücken weiß. Die Regionalversammlung im Regionalverband Ruhr (RVR) hatte dem Vorhaben bekanntlich im September vergangenen Jahres zugestimmt. Stadtplaner Andreas Scheiba erläutert im Gespräch mit unserer Redaktion, was aktueller Stand in Sachen „Im Dicken Dören“ ist.

Lärm- und Verkehrsgutachten sind in Arbeit

Noch in Arbeit seien derzeit das Verkehrsgutachten und das Lärm-Gutachten. Parallel sei nun auch die NRW.Urban als Projektsteuerer mit in die Waltroper Dören-Planung eingeschaltet worden. NRW.Urban ist ein Unternehmen des Landes, das bei Flächenentwicklung für Industrie, Gewerbe und Wohnen hilft und andere städtebauliche Vorhaben unterstützt.

Vergeben ist mittlerweile die Entwässerungsplanung, erklärt Scheiba. Im Bereich Entwässerung findet sich in der Dortmunder Stellungnahme übrigens einer der wenigen Aspekte, zu dem keine Bedenken geäußert werden: nämlich wenn es um die Einleitung von Schmutzwasser geht. V+E-Chef Funke hat sich dazu mit seinen Kollegen aus Dortmund ins Benehmen gesetzt. Ergebnis: Das Schmutzwasser aus dem Dören-Gebiet kann ins Dortmunder Rohrnetz geleitet werden. Dass Kanäle der Nachbarstadt genutzt würden, sei allerdings auch gang und gäbe – gerade im Ruhrgebiet, wo Städte dicht aneinander grenzten, sagt Andreas Scheiba.

Zwei Regenrückhaltebecken sind geplant

Stichwort Entwässerung: Zwei Regenrückhaltebecken sind für das zu entwickelnde Areal im „Dören“ geplant, erläutert der Stadtplaner weiterhin. Die Stadt Dortmund hat im Zusammenhang mit dem nahen Groppenbach dazu ebenfalls ihre Sorgen notiert: Die Aue des Groppenbachs sei als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen; auf deren Inanspruchnahme „durch bauliche oder sonstige Anlagen im Sinne des Wasserrechts“ sei zu verzichten. Am Bach selbst werde man auch nichts planen, versichert Scheiba. Was ökologische Belange angeht, geht der Stadtplaner auch noch auf dies ein: Im Dicken Dören ist einst Material von unter Tage aufgehäuft worden. Auch wenn „das von oben gut aussieht“: Das Regenwasser sickere hindurch und belaste in Teilen das Grundwasser, sagt Scheiba. Insofern sei die Bebauung fast als „Verbesserung“ zu betrachten, weil das Wasser dann anders abgeleitet wird.

Viel befahren ist die Mengeder Straße am Gewerbegebiet Im Dicken Dören. © Meike Holz © Meike Holz

Auch der Auftrag zur Straßen-Planung ist vergeben: Da geht es vor allem um die Einmündung zur vielbefahrenen Mengeder Straße, die im späteren Verlauf zur Leveringhäuser Straße wird. Diesbezüglich sei das Büro Bauplan aus Gelsenkirchen nun mit der Ausführungsplanung befasst, so Scheiba.

Übrigens: Eine Klage aus Dortmund liegt noch nicht vor. Die könne, so Andreas Scheiba, aber auch erst erfolgen, wenn das Bebauungsplan-Verfahren bis zum Ende durchgeführt ist und der Plan amtlich bekannt gemacht wird.

Info

Interesse auch in der „großen Politik“

Der Fahrzeugbauer Langendorf, der im Dicken Dören ein neues Zuhause finden könnte, hat schon einige hochrangige Politiker nach Waltrop gelockt. Der damalige NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) zum Beispiel kam im Mai 2017 in die Hebewerkstadt. Im August 2020 kam dann Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

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