Neustart

Zwei Jahre nach verheerendem Feuer: Kinderwelt 2.0 hat eröffnet

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nachdem die alte Kinderwelt in einem Flammeninferno unterging, hat nun an gleicher Stelle der neue Indoor-Spielplatz eröffnet. Einiges hat sich geändert.
Viel Platz zum Spielen: Die neue Kinderwelt hat eröffnet. © Jörg Gutzeit

Noch fehlen die Schilder am Eingangsportal der imposanten Halle an der Dieselstraße. Doch drinnen ist alles fertig, in der neuen Kinderwelt 2.0. Die Neueröffnung am vergangenen Samstag erfolgte still und leise. „Wir haben das bewusst nicht an die große Glocke gehängt“, sagt Betreiberin Elke Dietz. „Wir wollten wegen Corona einen großen Menschenauflauf vermeiden.“

Den großen Andrang gibt es auch am Montagnachmittag nicht. Ein gutes Dutzend Kinder hüpft auf Hopsburgen. Ein Junge erklimmt einen Vulkan aus Kunststoff, von dem es sich vortrefflich herunterrutschen lässt. Die neue Kinderwelt an der Dieselstraße ist mit einer Nutzfläche von etwa 6200 Quadratmetern ein gutes Stück größer als die Vorgängerin. Eintreten darf im Moment nur, wer nachweislich geimpft, getestet oder genesen ist. Während die Eltern außer an den Tischen der Gastronomie ihre Masken aufbehalten müssen, dürfen Kinder den Mund-Nase-Schutz ablegen, wenn sie durch die Halle jagen.

Neu ist die Rollschuhbahn im als Galerie angelegten Obergeschoss. Auf demselben Stockwerk stehen auch zwei Massagesessel. „Die sind besonders bei den Müttern beliebt“, hat Elke Dietz schon nach wenigen Betriebstagen herausgefunden.

Nils Köppel und Tochter Emma genießen am Montag ihre Stunden auf dem Indoor-Spielplatz. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Digitaler ist sie geworden, die Kinderwelt 2.0. Die Mitglieder von zuvor online angemeldeten Kindergeburtstagsgesellschaften kommen über einen QR-Code rein. Das spart Zeit. An der Snack-Bar gibt es Selbstbedienungsterminals mit Touch-Funktion. Nur auf eine Klimaanlage haben die Betreiber verzichtet. „Es wäre schon aus Umweltgründen nicht gut, diese riesige Halle zu klimatisieren“, sagt Elke Dietz. Dafür sei die Halle sehr gut isoliert. Auch die Gesundheit der Besucher liegt der Unternehmerin offenbar am Herzen. Die Pommes Frites kommen in der neuen Kinderwelt aus Heißluftfritteusen. „Es bleiben Pommes“, sagt Elke Dietz, „aber sie haben weniger Fett.“

Ladestationen für E-Autos

Vor der Halle gibt es reichlich Parkplätze – direkt am Gebäude auch solche mit Ladestationen für E-Autos. Das übrige Außengelände soll allerdings erst zum kommenden Jahr fertiggestellt werden.

Neu ist auch die Sprinkleranlage. Sie soll verhindern, dass der Indoor-Spielplatz noch einmal in Flammen aufgeht, so wie im August 2019. Damals verursachte offenbar ein technischer Defekt ein Feuer, das sich sehr schnell auf die gesamte Halle ausdehnte. Das Gebäude brannte komplett nieder. Mehr als 120 Feuerwehrleute waren viele Stunden im Einsatz. Es grenzte an ein Wunder, dass niemand verletzt wurde. In einem Punkt war sich das Betreiber-Ehepaar stets einig: „Wenn es Verletzte oder gar Tote gegeben hätte, hätten wir die Kinderwelt sicher nicht wieder aufgebaut.“

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