Persönliches

Schlechtes Gewissen dank Klima-Chaos

Die Sonnenstrahlen und die Wärme, die über ihrem Lieblingspark liegt, machen Annika eigentlich total happy. Aber trotzdem hat das alles für sie einen faden Beigeschmack.
Luftsprünge macht Annika im Park keine mehr – stattdessen schleichen sich Bedenken ein. © pixabay.de

Sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühling rauskommen und die Vögel anfangen zu zwitschern, gehöre ich zu den ersten, die sich eine Decke schnappen und sich auf den noch viel zu kalten Parkboden pflanzen. Es geht ums Prinzip!

Wenn die Sonne da ist, muss ich sie schließlich auch auskosten. Man weiß ja nie, was der Sommer später so für uns bereithält – oder auch nicht.

Erfolgreiches Prokrastinieren im Park

Jedenfalls habe ich auch die ersten warmen Tage in diesem Jahr dafür genutzt, alles stehen und liegen zu lassen und mir den ganzen Tag die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen – ein Luxus, den man sich leisten kann, wenn man „gerade seine Abschlussarbeit schreibt“. Mal mehr, mal weniger. An sonnigen Tagen eben gar nicht. Doch irgendwas war in diesem Jahr anders.

Ich bin wie immer zu meinem liebsten Stammplatz im Park gefahren, habe mich zwischen den vertrauten Bäumen eingerichtet, meine Decke ausgebreitet, die Schuhe und Socken ausgezogen und mich hingefläzt. Es ist alles wie immer und doch irgendwie anders.

Warme Temperaturen passen nicht mit den kahlen Bäumen zusammen

Nach ein paar Minuten merke ich, was mich so stört. Die Bäume um mich herum sind noch nicht erblüht. Das Klima gaukelt uns frühlingshafte Tage vor, aber die Pflanzenwelt ist noch gar nicht so weit.

Und schlagartig wird mir bewusst, dass es zwar wunderbar ist, bei sommerlichen Temperaturen im Park zu sitzen – gerade nach so einem ewig langen, nervigen Corona-Winter –, aber dass es dafür eigentlich noch zu früh ist und dass das nur ein weiteres Anzeichen für die gefährliche Veränderung unseres Klimas ist.

Ein schlechtes Gewissen schleicht sich ein

Natürlich genießen wir es, wenn die Sonne scheint und es endlich wieder warm wird. Doch was erwartet uns diesen Sommer noch an Temperaturen? Was für Dürreperioden werden wir durchstehen müssen? Und wie wird es in anderen Teilen der Welt in diesem Jahr aussehen, die sowieso schon mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen haben?

Natürlich können wir mit den Schultern zucken, uns aufs Gras fläzen und das Wetter so nehmen wie es kommt. Schmeißt den Grill an, zieht die Socken aus!

Handeln, statt sich an der Wärme zu erfreuen

Doch denkt ab und an mal darüber nach wie unnatürlich es ist, dass schon im Februar und März machen zu können und woran diese Veränderung liegt. Auch wenn man sich als einzelner Mensch ohnmächtig fühlen mag – Veränderung beginnt im Kleinen. Jeder kann etwas dazu beitragen – es gibt mannigfaltig Möglichkeiten.

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