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Sexuelle Belästigung im Netz: So könnt Ihr Euch verhalten

Nicht nur im realen Leben, auch im Internet ist sexuelle Belästigung ein weit verbreitetes Thema. Doch wie verhält man sich als Betroffener? Wir haben ein paar Ratschläge zusammengefasst.
Wer über soziale Netzwerke, Dating-Plattformen oder Gaming-Apps sexuell belästigt wird, ist mit der Situation meistens erst einmal überfordert. © pixabay.de

Wer auf sozialen Netzwerken oder Onlinedating-Portalen aktiv ist, wird oft unfreiwillig mit unschönen Dingen konfrontiert: Fake News, Cybermobbing und auch sexueller Belästigung. Doch auch im Verkaufsportal „Ebay Kleinanzeigen“ oder der Gaming-App „Quiz Duell“ sind digitale Übergriffe mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Harmlose Chats schlagen in Belästigung um

Es fängt meist mit einer harmlosen Begrüßung an, doch durch die Anonymität im Internet nutzen viele die Chat-Funktionen, um auf Suche nach sexuellen Abenteuern zu gehen. Statt die ungeliebten Sneaker zu verkaufen, bekommt man plötzlich Anfragen, ob man nicht auch Unterwäsche im Angebot hätte. Statt die große Liebe per App zu finden, werden einem ungefragt Dick-Pics zugesandt.

Auf Instagram wird man plötzlich zu seinem Körper und seinen eigenen Erfahrungen ausgefragt.

Erwachsene geben sich als Jugendliche aus

Solche Nachrichten können sowohl von Gleichaltrigen kommen, als auch von Erwachsenen – dann spricht man von „Cyber Grooming“. Dass das Gegenüber in Wahrheit viel älter als man selbst ist, ist oft gar nicht zu erkennen, da sich Erwachsene in Chats häufig als Jugendliche ausgeben.

Betroffene machen solche Nachrichten häufig sehr verlegen, teilweise ängstlich, vor allem dann, wenn man noch jünger ist. Was macht man nun?

Wir haben ein paar Tipps für Euch zusammengefasst, wie Ihr mit sexueller Belästigung im Netz umgehen könnt.

1. Unterhaltung beenden:

Sobald Ihr Euch unwohl fühlt oder das Gespräch in eine Richtung gelenkt wird, die Ihr nicht okay findet, solltet Ihr die Unterhaltung beenden. Antwortet der Person nicht mehr und entfernt sie aus Eurer Follower- oder Freundes-Liste. Ihr habt ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, also lasst Euch zu nichts drängen – auch nicht online.

2. Vertraut Euch jemandem an:

Natürlich ist es im ersten Moment unangenehm, wenn man plötzlich widerliche Anmache oder Fotos zugeschickt bekommt. Aber: Ihr habt nichts falsch gemacht und müsst Euch deshalb auch für nichts schämen.

Soziales Umfeld oder Beratungsstellen kontaktieren

Sprecht mit Euren Eltern, Euren Geschwistern, dem besten Freund/der besten Freundin oder einem Vertrauenslehrer. Ihr wollt lieber anonym bleiben? Dann könnt Ihr Euch an Beratungsstellen wenden, die sich auf das Thema spezialisiert haben. Kontakte findet Ihr weiter unten auf der Seite.

3. Macht Screenshots:

Wenn Ihr mit einer Vertrauensperson gesprochen habt, ist es wichtig, im nächsten Schritt die Beweise zu sichern, für den Fall, dass Ihr über eine Anzeige nachdenkt. Fertigt Screenshots von den Chatverläufen an, damit Ihr im Nachhinein Beweise für die sexuelle Belästigung habt. Leitet diese aber in keinem Fall an Dritte weiter – denn damit würdet Ihr Euch selbst strafbar machen.

4. Blockieren und/oder Melden:

Wenn die Person nicht lockerlässt, Euch weiterhin mit Nachrichten bombardiert, vielleicht sogar ausfallend wird, wenn Ihr nicht mehr antwortet, könnt Ihr Euch gewisse Chat-Funktionen zunutze machen.

Plattformen bieten hilfreiche Funktionen

In den allermeisten Portalen (WhatsApp, Snapchat, Instagram, Ebay Kleinanzeigen & Co.) habt Ihr die Möglichkeit, Nutzerinnen und Nutzer zu blockieren. Das geht meist ganz einfach und bewahrt Euch vor weiteren Nachrichten.

Wenn ein Nutzer in Euren Augen viel zu weit geht, könnt Ihr ihn auch bei der jeweiligen Plattform melden. Im Idealfall wird der Account dann vom Anbieter gesperrt.

5. Anzeige erstatten:

Auch wenn viele immer noch in dem Glauben sind, dass sie im Internet völlig geschützt und anonym handeln können, kann es hilfreich sein, sexuelle Belästigung im Netz zur Anzeige zu bringen. Die Polizei hat im Einzelfall die Möglichkeit, die Ermittlung aufzunehmen und die IP-Adresse zurückzuverfolgen. Beim Cyber Grooming kann es sich bereits um eine Straftat handeln. Und auch das ungefragte Versenden von Dickpicks ist mitunter strafbar.

Kontaktmöglichkeiten für Betroffene von sexueller Belästigung im Netz:

  • Frauenberatung Recklinghausen: Mädchen ab 16 Jahren können sich telefonisch unter der 02361-1 54 57 melden oder sich an die virtuelle Beratungsstelle wenden
  • Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: Telefonisch, kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 22 55 530 oder per Online-Beratung auf der Webseite
  • Nummer gegen Kummer: Telefonisch, kostenfrei und anonym erreichbar unter der Nummer 116 111 oder per Online-Beratung via Chat oder E-Mail

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