Scenarios Typenlehre Radfahr-Typen, die jeder kennt

Ein ganz bekannter Typ Fahrradfahrer sind diejenigen, die mit dem Rennrad unterwegs sind. Sie erkennt man an ihren dünnen Reifen und dem beachtlichen Tempo, das sie drauf haben. © Pavel Danilyuk von Pexels
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Sobald die Sonne zwischen den Wolken hervorlugt und man von gutem Wetter sprechen kann, kommen die Menschen von überallher aus ihren Wohnungen und Häusern gekrochen. Alle scheinen sie den gleichen Plan zu haben: Jeden möglichen Sonnenstrahl aufzusaugen, egal wo, egal wie.

Bei vielen geht mit diesen ersten Sonnenstrahlen auch der Alarm los, dass der Sommerbody noch meilenweit entfernt ist. Statt weiter Weihnachtsplätzchen von vor zwei Monaten zu naschen, schwingt man sich in die viel zu enge Jogginghose, in die Inline-Skates oder aufs Rad und versucht mal wieder viel zu spät, die vermeintlich überflüssigen Pfunde noch schnell loszuwerden, bevor das T-Shirt-Wetter wieder beginnt.

Rauf aufs Rad beim ersten Sonnenstrahl

Auch ich kann mich nicht davon freisprechen, dass ich Vitamin-D-süchtig bin und aus dem Haus stürme, sobald die Sonne ihr hübsches Gesicht am Himmelszelt zeigt. Vor kurzem habe ich mich im Rahmen der Sonnen-Jagd dafür entschieden, mich mal wieder aufs Fahrrad zu setzen.

Lange Zeit stand das gute Stück nun unbeachtet im Keller und hat vermutlich schon an meiner Liebe gezweifelt, doch endlich war der große Moment gekommen. Zufrieden und glücklich habe ich mich auf den Weg zur Fahrradtrasse gemacht, um dort wieder den immer gleichen Radfahrern zu begegnen, die man über den Winter verdrängt hat:

1. Der eilige Rennradfahrer: Je dünner die Reifen, desto schneller. Und diese Schnelligkeit wollen die Rennradfahrer auch einfach ausleben. Während man sich selbst die Seele aus dem Leib strampelt, sind diese Radfahrer gefühlt wie auf Wolken unterwegs und rauschen mühelos an dir vorbei – sofern sie denn Platz haben.

Ist es etwas voller, werden sie leicht ungeduldig, denn die wenigsten Rennradfahrer haben eine Klingel an ihrem Lenkrad, um sich Platz zu verschaffen. Da bringen einem die dünnen Reifen dann auch nichts mehr.

2. Die Hollandrad-Mädels: Das Gegenteil der eiligen Rennradfahrer sind die Hollandrad-Mädels. Mit großen bunten Körben und maximal drei Gängen fahren sie mindestens zu dritt nebeneinander und blockieren die gesamte Spur.

Sie haben auch gar kein Problem damit, denn schließlich kann man sich nur so am besten miteinander unterhalten und später behaupten, man hätte Sport getrieben. Die Hollandrad-Mädels sind übrigens das Pendant zu älteren Frauen im Schwimmbad, die mit Haube brustschwimmen, um sich noch unterhalten zu können.

3. Die, mit Mission: Neben allen, die einfach nur die Sonne genießen und ein bisschen Fahrrad fahren möchten, gibt es natürlich auch noch die, die das Radfahren nicht als Hobby, sondern als Mittel zum Zweck nutzen, um von A nach B zu kommen.

Diese Leute sind auch im Winter mit dem Bike unterwegs gewesen und lassen nun ihrem Ärger darüber freien Lauf, dass ihre Wege nun durch die ganzen Sonnenanbeter und Hobby-Radfahrer vollgestopft sind.

4. Die E-Bike-Schummler: Als Normalo auf der Fahrradtrasse kann man schnell von einem sportlichen Hochgefühl in ein emotionales Loch fallen. Und zwar, wenn man sich abstrampelt und denkt, wirklich gut zu sein und dann so ein doofes E-Bike von hinten angebraust kommt und mühelos einfach den Motor einschaltet. Die E-Bike-Fahrer sind im Grunde wie die Hollandrad-Mädels – nur schnell.

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